Ueber Traurigkeit und Trauern ...

Trauern ist eine wunderbare Sache. Wenigstens ist das bei mir so, und ich hoffe, auch für dich. Ich mache die Erfahrung, dass Trauern mein Menschsein hervorbringt, und dass es mich tief mit ihm in Verbindung setzt. Es verbindet mich so mit meiner Göttlichkeit, da ich mich, wenn ich ganz ganz tief mit meiner Menschlichkeit und mit allem, was es für mich heißt, völlig menschlich zu sein, in Verbindung stehe, mit meiner Göttlichkeit gleichfalls tief verbunden finde.

Völlig menschlich zu sein, fühlt sich bei mir gleich an wie wahrhaft göttlich sein. Ich mache die Erfahrung, es gibt einen Ort der Heiligkeit, wo unsere Göttlichkeit und Menschlichkeit aufeinandertreffen, und an diesem Ort der Ganzheit wird unsere Wahre Natur offenbar.

Weinen ist die andere Seite des Lachens, und ermöglicht es. Tränen sind das Verbindungsglied zwischen den zweien. Wir haben Tränen in den Augen, während wir weinen und während wir lachen, da unsere Tränen den Unterschied nicht kennen. Sie kennen nur Göttlichkeit, nichtwahr. Sie sind die Vollheit an Emotion, als das Leben überfließend, in aller Tiefe zum Ausdruck gebracht. Und das ist Göttlichkeit. Worüber wir trauern, ist letztlich unsere Trennung von Gott – und, im selben Maße tiefgründig, unsere Trennung von einander. Auf einer gewissen tiefen Ebene wissen wir, dass wir alle in Gott Eins und Mit-Einander Vereint sind, und dass zwischen uns keine Trennung existiert und auch nie stattfinden wird. Doch leben wir, als könnte sie existieren und als gäbe es sie. Von all den großen Heiligen und Weisen wurde uns das Gegenteil gesagt, aber dies scheint zu gut, um wahr zu sein, und wir können es nicht glauben. Und so trauern wir um unseren Verlust. Letztlich ist alle Trauer das Betrauern unseres Verlustes von einander. Und von unserem Einssein mit Gott.

Aus Furcht, dass unser Trauern zu tief wird, hat uns Gott eine andere Lebenszutat gegeben: große Freude. Große Freude ebnet die Stufen ein, gleicht unsere Emotionen aus. Die Freude ist der Abend des Trauerns [Wortspiel - kaum zu übersetzen: ‚Joy is the evening of mourning.’; wobei ‚to even’ dt. ausgleichen, ebnen, einebnen heißt; A.d.Ü.].

Und so wird uns geraten - wiederum durch die großen Weisen und Heiligen, durch alle Botschafter und durch all Jene, die sich selbst als Söhne und Töchter Gottes erkennen -, dass die Sonne auch aufgeht, dass die Freude des Morgens durchbricht.

Oder, wie ich es ausdrücken möchte, Freude kommt im Trauern [‚joy commeth in the mourning’]. Denn, wer wollte trauern, der nicht geliebt hat? Und wer hat geliebt, der nicht von all dem Menschlich-Sein, das göttlich ist, weiß?

Quelle/Zugesandt von: GmG Bulletin #212 / Gespräche mit Gott / Neale Donald Walsh. CopyFree 2003-2006


Wie gefällt Dir 'SomethingToThinkAbout'? Möchtest Du uns einen Artikel zum Veröffentlichen zusenden? Emaile uns.
Bitte unterstütze unsere Bemühungen diesen Newsletter interessant zu halten. Wir sind für jede Spende dankbar. Herzlichen Dank.
Newsletter zu Technorati Favoriten hinzufügen

Share on Google Plus

0 comments:

Kommentar veröffentlichen