Die Spanische Inquisition ist zurückgekehrt

Offiziell ging es bei der Inquisition um die Verfolgung von Häretikern und Ketzern. Da aber meistens sofort das Vermögen des Beschuldigten beschlagnahmt wurde, war es wohl eher eine Mittel zur Geldbeschaffung für Kirche und König. Mit grosszügigen Spenden an die Kirche konnte man seine "Frömmigkeit" beweisen und so ein Verfahren abwenden. Die Inquisition begann im 13. Jahrhundert und verschwand erst im 18. Jahrhundert. Am 31. Juli 1826 gab es in Valencia ein letztes Todesurteil der spanischen Inquisition. Am 15. Juli 1834 wurde die Spanische Inquisition nach 356 Jahren Bestehen unter Isabella II. abgeschafft.

Jetzt ist sie wieder da, wenn man es auf die Offenlegung und mögliche Beschlagnahmung aller Vermögenswerte bezieht. Ein neues Steuergesetz in Spanien verlangt, das alle Personen die ihren Wohnsitz in Spanien haben ihr Vermögen im Ausland detailliert angeben müssen. Viele der Hunderttausenden Rentner die ihren Lebensabend in Spanien verbringen oder Leute die einfach im Süden leben wollen und aus dem Ausland kommen sind davon betroffen und haben Angst sie werden demnächst "zypriotisiert".

Es leben alleine 200'000 Briten in Spanien die den nasskalten Winter Englands entflohen sind. Etwa eine halbe Million Deutsche sind in Spanien sesshaft. Auf den Kanaren, Mallorca und entlang der spanische Festlandsküste gibt es grosse deutsche Kolonien. Viele weil sie meinen, ein besseres Leben an einem besseren Ort bei besserem Wetter führen zu können. In Spanien leben, dieser Wunsch steht ganz hoch in der Gunst der Nordeuropär. Nur, statt in Ruhe die Sonne und das Meer zu geniessen sind jetzt viele Ausländer die in Spanien residieren völlig aufgeschreckt und denken daran das Land zu verlassen oder wenigstens ihre Aufenthaltserlaubnis zurückzugeben. Spanische Lokalpolitiker sind jetzt ebenfalls in Sorge, das neue Gesetz zur Vermögensdeklaration wird einen Exodus an EU-Bürger verursachen, was die eh schon schlechte Wirtschaftslage der Küstenstädte noch mehr verschlimmern wird.

Die spanische Regierung verlangt von allen Bewohnern die Vermögen im Ausland über 50'000 Euro besitzen und in Spanien mindestens sechs Monate im Jahr leben, also 183 Tage, eine Deklaration ihrer ganzen Vermögenswerte. Wer das nicht macht oder eine falsche Angabe in den 720 Online-Formularen einträgt wird mit mindestens 10'000 Euro bestraft. Da viele EU-Bürger die nach Spanien gegangen sind in ihrer Heimat ein Haus oder Wohnung besitzen, oder Sparguthaben, Lebensversicherungen, Pensions- und Rentenfonds von dessen Erträge sie leben, fallen sie unter das neue Gesetz. Was mit den ganzen Daten passiert wurde nicht gesagt. Befürchtet wird eine Zwangsabgabe oder zusätzliche Steuer. Das neue Gesetz wurde im November 2012 verabschiedet, aber die Mehrheit der ansässigen Ausländer hat diese Pflicht erst kürzlich erfahren. Speziell ältere Menschen sind darüber völlig perplex.

Diesen Artikel in "Alles Schall und Rauch" weiterlesen >>>



Quelle/Zugesandt von: Alles Schall und Rauch entsprechend der Spielregeln des Authors.



Wie gefällt Dir SomethingToThinkAbout? Möchtest Du uns einen Artikel zum Veröffentlichen zusenden? Emaile uns.
Bitte unterstütze unsere Bemühungen diesen Newsletter interessant zu halten. Wir sind für jede Spende dankbar. Das Link findest Du in der linken, vertikalen Navigationsleiste. Herzlichen Dank.
Share on Google Plus

0 comments:

Kommentar veröffentlichen