Die Medizin am Scheideweg


Mir ist kürzlich ein Buch in die Hände gefallen, das der Arzt Dr. Edwin Blos 1931 geschrieben hat. Eine Rede, die er 1930 in Karlsruhe auf einem Kongress gehalten hatte. Das Thema: "Die Medizin am Scheideweg".


In dieser Rede sagte Dr. Edwin Blos: "Wir stehen seit Jahren an der Wegscheide zweier Richtungen. Scheiden heisst: entscheiden. Die beiden Wegweiser tragen die Aufschriften:
  • der eine zum kranken Menschen und zur Einheitsbehandlung,
  • der andere zu zweitausend Krankheiten und den zwanzigtausend Mitteln.
Auf dem einen Weg begleitet uns der eine Hausarzt, auf dem anderen begegnen uns die Scharen der Fachärzte."

Wie man sieht, gab es schon früher Ärzte, die sich über das Gesundheitswesen Gedanken machten.

Die Einheitsbehandlung durch den Hausarzt gibt es heute nicht mehr. Patienten suchen immer mehr Alternativen zur heutigen Praxis von immer mehr Diagnostik, mehr Pharmaka und mehr Eingriffen. Das heisst aber auch, dass sich das Volk für andere Wege entschieden hat.

VOX POPULI, VOX DEI!

Wie lange will das die Schulmedizin noch ignorieren? Das ist eine Gewissensfrage, die nicht nur Dr. Edwin Blos gestellt hat.

Die Griechen waren, so sagt man, die Erfinder der wissenschaftlichen Arbeitsweise.

Naturwissenschaft, Arzttum und Philosophie wurden von ihnen wissenschaftlich begründet. Sie waren sich dieser Tat vollkommen bewusst. Sie stellten deshalb das Arzttum über das Künstlertum. Die drei genannten Disziplinen waren bei ihnen eng verknüpft. Sie umfassten die ganze damals bekannte Welt. Sie durchdrangen, erleuchteten und erhoben sich gegenseitig, so daß z.B. Heraklit sagen konnte: "Wenn ich krank bin, heile ich mich nach den Grundsätzen des gestörten Kosmos. Denn das makrokosmische Geschehen, Erkrankung und Heilen im Weltall ist wesensähnlich dem tellurisch-mikrokosmischen Geschehen, Erkranken und Heilen im Menschen."

Es ist kein Zufall, dass viele der grossen griechischen Philosophen auch Ärzte waren.

Diese Kombination erschien den Griechen als eine der erhabensten menschlichen Berufungen, tief im Wesen der Geist- und Allnatur begründet. Durch Goethe wiedergefunden und so hoch geschätzt, dass er den Helden seines Erziehungsromans nach langen Lehr- und Wanderjahren schliesslich Arzt werden lässt. Nur deshalb vermochte Hippokrates auf die Wissenschaft fruchtbar zu wirken, weil auch er gründlich philosophisch geschult war.

August Bier, ein universeller Arzt, knüpfte an Hippokrates an. Er hat, so um 1932, über sein philosophisches Denken Rechenschaft gegeben und hat gezeigt, wie es mit seinem ärztlichen Tun und Denken in innigsten Zusammenhang steht. Da ihm die Deutschen keinen Titel gegeben haben, der seinem Wirken entsprach, hat er ihn sich selbst gegeben und gesagt: "Ich bin praktischer Arzt, und im praktischen Arzt liegt für mich das ganze Programm einer neu aufzubauenden Heilkunde." Dabei verweist er rückwärts auf die Griechen und schaut vorwärts in die Zukunft der deutschen Wissenschaft, vertrauend auf die Worte seines Kollegen Sauerbruch: "Eine Umstellung des ganzen ärztlichen Denkens beginnt."

Diese Ärzte haben viel nachgedacht. Sie haben versucht, die Wissenschaft davon zu überzeugen, dass der kranke Mensch im Mittelpunkt steht.

Ein Arzt muss gebildet sein. Nicht nur in der Medizin, sondern er braucht ein sehr profundes Allgemeinwissen. Gerade als verantwortungsbewusster Arzt muss er kritisch gegenüber Behandlungsmethoden sein. Er soll sich Gedanken machen, wie man eine Heilung besser erreichen kann. Er muss alles hinterfragen und sich daher auch und gerade mit der Pharmalobby kritisch auseinandersetzten. Es nützt nichts, wenn er nur Behandlungsmethoden anwendet, die eine gewisse Lobby vertritt. Er muss auch mal eigene Wege wagen, auch wenn sie nicht einfach sind und bei manchen Kollegen nur Kopfschütteln verursachen.


Therapeuten müssen endlich wieder lernen, daß wir MENSCHEN behandeln. Jeder Mensch ist EINZIGARTIG und verlangt bei all seinen Krankheiten eine individuelle Behandlung.

Nur so kommen wir der Gesundheit näher. Wir müssen endlich davon abkommen, Heilung mehr und mehr als Kostenfaktor zu betrachten. Es geht um kranke Menschen!

Wir müssen deshalb "Gesundheitshäuser" bauen statt Krankenhäuser.

Diese Gesundheitshäuser müssen z.B. natürlich ventiliert werden und nicht mit Klimaanlagen, die nur alles schlimmer machen. Patienten brauchen viel frische Luft. Es hat keinen Zweck, sie in einem Raum einzusperren. Der Patient soll sich in einem Gesundheitshaus wohl fühlen können. Er darf sich nicht nur wie eine "Nummer" vorkommen. Viele Patienten fühlen sich wie Gefangene oder Flüchtlinge, die nirgendwo mehr einen Platz haben. Sie haben das Gefühl des Ausgeliefertseins. Dies verursacht oft eine Verschlimmerung ihres Zustandes. Patienten müssen in den Heilungsprozess einbezogen werden und auf ihren eigenen individuellen Weg der Gesundheit geleitet werden.

Wie das im Einzelnen geschehen kann, werde ich in der nächsten Ausgabe näher erläutern.

In meinen kritischen Artikeln geht es mir um den Patienten, nicht um mich. Es geht nicht darum, die Schulmedizin nur zu kritisieren. Umdenken ist nötig, um die Gesundheit des Volkes wieder zu erlangen. Medikamentenabhängigkeit ist keine Heilung. Wir müssen andere Wege gehen, um Heilung zu erreichen. An Patienten dürfen keine Milliarden mehr verdient werden, wie es derzeit in der Pharmaindustrie praktiziert wird.

Es geht darum, die Menschen aufzuklären.
Es geht darum, gesund und in Freiheit und ohne Angst zu leben.



Author: Hans Rapold
Bild: http://bilder.4ever.eu/
Publiziert: 5. Dezember 2016

 

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