Gold und Silber letzte Rettung?

Was für ein verrückter Markt, der Goldmarkt. Vom Silber ganz zu schweigen.


Täglich werden weltweit rund neun Tonnen Gold aus dem Boden geholt.


Nach verschiedenen Berechnungen sind so in der Menschheitsgeschichte rund 190.000 Tonnen zusammengekommen.


Normalerweise, würde man ja denken, dass nur das gehandelt werden kann, was am Markt auch frei verfügbar ist. Denkste! Allein an der Londoner Goldbörse werden täglich (!) 5.500 Tonnen gehandelt oder im Jahr rund 1,4 Millionen Tonnen. Hinzu kommen noch die anderen Handelsplätze wie die New Yorker COMEX oder auch chinesischen Börsen. Mit echtem Gold hat das aber wenig zu tun, sondern mit Papiergold, das nicht mal glänzt.

Das eine ist Gold, das andere heisst nur so. Hier geht es nicht um Wert, sondern um die Spekulation mit dem Preis. Sollten Marktteilnehmer aber wirkliches Gold wollen, weil sich die Umstände in unserem fragilen Geldsystem ändern, wird echtes Gold zu herkömmlichen Preisen knapp. Wir kennen das aus dem Spiel „Reise nach Jerusalem“. Nur der Letzte sitzt noch auf einem Stuhl.

Unterdessen hat sich am Terminmarkt, vor allem beim Silber, ein Spektakel der Extraklasse angebahnt. Die Spekulanten sitzen volle Kanne „long“ wie es heisst. Die C.... Kommerziellen volle Kanne short. Wer überrennt wen? Normalerweise, aber was ist schon normal, gewinnen diejenigen, mit den ganz tiefen Taschen und zwingen die Spekulanten ihre Long-Positionen aufzugeben, wenn es zu den berühmten Wasserfällen kommt. Nur selten werden sie überrannt.

Die kommenden Tage könnten durchaus spannend werden, vor allem beim Silber.

Am Terminmarkt liegt eine rekordhohe Short-Position der Commercials. Wenn diese aber überrannt werden sollten, so wie 2011, wird es teuer für diese. Das aber passiert jedoch nur selten. Auf welchem Niveau geben die Spekulanten auf? 17 US-Dollar? 16 US-Dollar? Oder darunter? Irgendjemand zahlt immer die Zeche – und der andere steckt sich das Geld in die Tasche. Das scheint der einzige Markt zu sein, wo Aufsichtsbehörden wegschauen.

Über die warmen Monate hinweg wird es eher ruhig im Edelmetallmarkt. Ausser es kommt anders. Wobei mit Blick auf die Grosswetterlage wäre ich nicht sicher, dass es in diesem Sommer nur ein laues Lüftchen geben wird. Klar ist nur: Eine Unze bleibt eine Unze. Nur ihr Preis schwankt.

Wozu braucht J.P.Morgan so viel Silber?

Ausser auf der Metallwoche redet sonst niemand darüber, dass J.P. Morgan inzwischen 102 Millionen Unzen Silber gehortet hat. Wozu brauchen die das ganze Zeug? Wir wissen es nicht, nur, dass man dort seit 2011 beständig aufsammelt – und das immer schneller. Allein im letzten Monat waren es 17 Millionen Unzen, die man sich hat andienen lassen. Das meiste davon taucht nach und nach jetzt auch im Lagerhaus auf. Man könnte vermuten, J.P.Morgan hat es eilig. Ganz böse Stimmen sagen ja, sie machen sich die Preise am Papiermarkt – und kaufen dann echtes Silber. Böse Verschwörungstheorie!

Geld und Antigeld

Eine der anderen „Verschwörungstheorien“ ist ja, dass es in einer Welt, in der es immer mehr vom vermeintlichen „Geld“ gibt, das Edelmetall eine Art von Anti-Geld ist. Dorthin verkriecht sich das Geld, wenn es sicher sein will. Man verlässt die Party des Papiergeldes und setzt sich ab. Gleichzeitig hofft man, dass man das Gold nie benötigen wird. Anti-Geld ist etwas, das man besitzt und keine Forderung jemand anderem gegenüber hat. Anti-Geld kann man anfassen und auch wiegen. Herkömmliches Geld nur zählen.

Schaut man die Nachrichten da draussen an, ist es doch ziemlich unruhig geworden. Die recht entspannte Zeit der letzten Jahrzehnte könnte zu Ende gehen, wenn sie nicht schon vorbei ist.

Zu den Herausforderungen zählt wohl auch, mit dem Einkommen auszukommen. Auch wenn es nominal jedes Jahr etwas mehr wird, so sind doch immer mehr Leute real auf dem absteigenden Ast, die ab einem gewissen Punkt auch unzufrieden oder unruhig werden. Und was man auf herkömmliche Art und Weise gespart hat, schmilzt gewollt wie Schnee in der Sonne, ohne dass es auffällt. Wer kann heute nominale Zahlen von den Realen unterscheiden?

Machen Sie es liebe Leserinnen und Leser wie J.P. Morgan und holen Sie sich auch etwas Gold und Silber.

Denn eines ist sicher in diesem Fall wissen Sie genau was Sie tun....


Author: "Finanzleak"
Bild: http://n8waechter.info/
Publiziert: 28. April 2017

 

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