GiveDirectly - Sinnvolle Entwicklungshilfe mit neuen Ideen.

Entwicklungshilfe und Spenden-Organisationen - Gibt es effiziente Entwicklungshilfe deren Administration nicht alle Spendengelder auffrisst?



Es gibt sie doch noch - Entwicklungshilfe Organisationen, die sich Gedanken machen, wie sie effizient der armen Bevölkerung unseres Planeten helfen können ohne dabei Spenden-Resourcen zu vergeuden.


Herkömmliche Entwicklungshilfe

Vor ein paar Jahren durchleuchtete eine Gruppe junger, kritischer Sozialarbeiter die Effizienz von Entwicklungshilfe Organisationen. Sie besuchten auch die Gebiete Afrikas, in denen Entwicklungshilfe von den überprüften Organisationen betrieben wurde.

Das Ergebnis war verheerend. Keine der Organisationen arbeiteten effizient. Bei vielen scheiterte es bereits bei einer unnötig aufgeblähten Administration. Wie kann es vorkommen, dass die Administration 80-90% der Spenden selbst verbraucht? Wie soll Entwicklungshilfe erfolgreich sein, wenn die Armen, denen geholfen werden soll, Produkte erhalten, die in der westlichen Welt nicht mehr abgesetzt werden können? Wurde Geld an die Regierungen der Entwicklungshilfe Länder gesandt, versickerte das Geld meist in den Taschen korrupter Regierungsmitglieder.

Es schien keine Möglichkeit zu geben wirklich sinnvolle Hilfe durchführen zu können.

GiveDirectly - Sinnvolle Entwicklungshilfe mit neuen Ideen

Eben diese Gruppe kritischer Sozialarbeiter stellte auch wieder fest, dass lediglich finanzielle Mittel als Entwicklungshilfe wirklich sinnvoll wären.

Nun überlegten sie wie sie mit minimaler Administration direkt an die Armen herankamen. Die ärmsten Gebiete Afrikas liegen weit entfernt von grösseren Städten, in denen Banken angesiedelt waren. Die Hilfsbedürftigen hätten keine Chance gehabt an die Geldmittel heranzukommen.

In unserer Zeit der extrem schnellen technischen Weiterentwicklung war es nur nötig kreativ zu sein.

GiveDirectly wurde auf einem Fundament der mobilen Kommunikation, Bargeldlosigkeit und Bedingungslos Garantiertem Einkommen errichtet.

Vodaphone supportete die Idee und stellte für das Experimentalprojekt kostenfrei Handies zur Verfügung. Die Gründer von GiveDirectly sammelten Spenden für ein Jahres-Grundeinkommen für 220 Siedler einer Ortschaft in einem der ärmsten Gebiete Kenyas (Der Bericht existiert leider nur auf Englisch.).

Die Gründer selbst besuchten die Siedler, erklärten ihnen das neue Entwicklungshilfe Prinzip und übergaben jedem Siedler ein Handy. Mittels SMS wurden die Siedler monatlich aufgefordert das Geld von mobilen Geld Agenten abzuholen. Gleichzeitig funktionierten die Handies auch als mobile Bank Konten.

Das Experiment zeigte innerhalb eines halben Jahres extremen Erfolg.

Nach dem ersten halben Jahr besuchte die Gründergruppe von GiveDirectly wieder dieses Dorf, um erste Ergebnisse ihres Experiments zu sehen.

Der Erfolg war durchschlagend. Armut, Hunger, Krankheiten waren überstanden. Die Siedler zeigten sich unglaublich kreativ. Viele von ihnen hatten Geschäftsideen, die in ihr Gebiet passten. Taxi- und Lieferservices mit ausrangierten, selbst reparierten Motorrädern waren entstanden. Die Ortschaft wurde mobil. Sie konnten Nachbar-Ortschaften erreichen, in denen sie wieder Lebensmittel verkaufen konnten, die es dort nicht gab, etc.

Da die Einwohner des Dorfes nicht mehr alles überwiesene Geld für ihr Überleben abheben mussten, entwickelte sich mit der Zeit sogar ein bargeldloses Wirtschaftssystem in diesem Dorf, das beispielhaft auch für unsere westliche Welt funktionieren könnte, hätten wir nicht die alles kontrollieren wollende Elite in unseren Reihen.

Silicon Valley, das grösste Software Zentrum der Welt, wurde auf GiveDirectly aufmerksam.

Die Verwendung modernster Technologien für ihr Entwicklungshilfe Projekt (Der Bericht existiert leider nur auf Englisch.)  verhalf GiveDirectly zur Möglichkeit ihr Projekt mit minimalsten Administrationkosten durchzuführen.

Von 100 gespendeten Dollars kommen immerhin $91 bei der hilfsbedürftigen Person an.

Durch die Innovationsfreudigkeit der Gründer wurde Silicone Valley auf GiveDirectly aufmerksam. Viele der grossen Unternehmen erklärten sich bereit GiveDirectly's Projekt zu sponsern.

Der Nachweis, dass die Weiterentwicklung der Technologien in unserem digitalen Zeitalter auch Gutes bringen kann, war ebenso ein wichtiger Faktor für die als Sponsoren eingestiegenen Unternehmen. Den Software Unternehmen ist auch klar, dass in naher Zukunft viele heute noch existierende Jobs durch Computer oder Roboter in unserer westlichen Welt ersetzt werden.

GiveDirectly erbrachte mit ihrem Experiment den Nachweis, dass ein Bedingungslos Garantiertes Grundeinkommen die menschliche Kreativität fördert, da die existenzielle Sorge wegfällt.

Seit 2011 existiert nun GiveDirectly.org (Die Website existiert leider nur auf Englisch.) und "verteilte" Grundeinkommen im Gegenwert von 15 Millionen Dollar (!!!) an die ärmsten Dörfer in Kenya und Uganda. Sie verhalfen all diesen Menschen zu einem menschenwürdigen Leben ohne Armut, Hunger und Krankheiten.

So Sie interessiert sind anderen wirklich zu helfen und auch nachvollziehen können möchten, was mit Ihrer Spende geschieht, besuchen Sie die Website von GiveDirectly.org. Sie ist in einfachem, leicht verständlichen Englisch verfasst. Auch der Spenden-Terminal erklärt sich von selbst.


Author: Georg Fritscher
Quelle: The New York Times Magazine
Publiziert: 19. Mai 2017

 

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