Willkommen in der Todeszone (Dead-Zone)

Wahrscheinlich ist, was ich heute zu berichten habe, wieder nur Verschwörungstheorie und diesmal ist wirklich alles anders.


Höchstnotierungen überall

Höchststände bei den globalen Aktienindizes, aber auch Höchststände bei festverzinslichen Papieren (einhergehend mit Negativ- und Niedrigstrenditen, verursacht von Null-Prozent-Leitzinsen) und einem Boom bei Immobilien und Immobilienpreisen. Das ist ein Teil der Investitions- und Geldanlagenwelt, wie sie sich im Moment (scheinbar recht attraktiv) präsentiert. „Immer höher, immer weiter, immer noch mehr!“

Kommt Ihnen das bekannt vor? Das ist die Welt des ewig währenden Wachstums, der stetigen Aufwärtsentwicklung und des nie abbrechenden Aufschwungs. Noch ein Boom, noch eine Hausse „and the sky is the limit“. So hätten es vor allem die Politiker am liebsten. Sie übersehen dabei nur, dass sich die Börsen meist von der Realwirtschaft abkoppeln und die Zukunft handeln sollten.

Aber eine eigenständig tragende, prosperierende Zukunft wird uns in Deutschland über die Aktienmärkte nur vorgegaukelt. Noch ist Deutschland im internationalen Vergleich wirtschaftlich stark. Die boomenden Finanzmärkte sind aber ein Ausdruck des Eingreifens der Zentralbanken und ihrer Niedrigstzinspolitik.

Warnungen verpuffen

Viele Analysten und Marktbeobachter warnen vor einem längst überfälligen Crash, vor allem am Aktienmarkt. Nur hilft all das Warnen nichts, wenn jener nicht eintrifft und die Kurse weiter steigen.

Die Warnungen kommen nicht von ungefähr. Sie sind das Resultat sorgfältiger Beobachtungen aus Vergangenheitsvergleichen und haben ihre Berechtigung.

Deshalb haben diese „Marktspäher“ ein ungutes Gefühl im Magen, was ich ihnen nicht verdenken kann. Selbst ich bin überrascht, welche Formationen und Schwingungen Teile meiner langfristigen charttechnischen Indikatoren herausbilden. Man sieht allzu deutlich, das „etwas nicht in Ordnung“ ist.

Manche Perioden dauern schon sehr lange an. Die Stärke der Aufwärtsbewegungen ebenfalls und Abschwünge nach unten werden plötzlich abgefangen. Und „dieses nicht in Ordnung“ sagt aus, dass etwas in Unordnung ist. Dafür sind die niedrigen und niedrigsten Zinsen verantwortlich. Denn nur mit diesem Zinsniveau als Ausdruck kann das Spielcasino-Finanzsystem noch überleben.

Frühstück mit Warren Buffet und finanzielle Massenvernichtungswaffen

Dazu fiel mir noch Warren Buffet ein. Investorenguru und Investmentlegende für seine Anhänger, für mich eher Investorenmarionette und Investmentwitzbold.

Wirklich witzig ist das legendäre Buffet-Frühstück bei McDonalds für maximal $3,17. Ein wahrlich kulinarisch-luxuriöses Frühstücks-Buffet. Wenn die Mäcci-Aktie dann aus dem Tief heraus ist, geht er wahrscheinlich zum King of Burger zum Frühstücken. Schliesslich hat er die Aktien schon vorher billig eingekauft. Seine Fangemeinde ist absolut begeistert. Die Geschichte war nicht mehr auszuhalten.

Legendär ist das buffet’sche Bekenntnis aus dem Jahr 2003, wonach Derivate „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ seien.

Das hatte damals für einigen Aufruhr gesorgt, denn die Branche sah sich angegriffen und zu Stellungnahmen veranlasst. „Börsengehandelte Derivate haben die Welt sicherer gemacht, weil sie der Wirtschaft ein effizientes Risikomanagement ermöglichen“, sagte Bernard W. Dan, Präsident des Chicago Board of Trade. Und auch das stimmt irgendwie (die Betonung liegt auf „irgendwie“), denn im Jahr 2017 präsentiert sich das Börsengeschehen in einem anderen Gewand als vor vierzehn Jahren.

Die Produktion dieser Finanzwaffen wurde nie gestoppt

Sie ahnen bereits worauf ich hinaus will.

Diese Derivate, diese finanziellen Massenvernichtungswaffen, sind nicht verschwunden. Die Produktion lief munter weiter. In den vergangenen vierzehn Jahren dürften sie sich vervielfacht haben. Das sieht man an den aufgeblähten Derivatevolumenzahlen.

Wo aber liegen diese Massenvernichtungswaffen? Ganz klar, in der DEAD-ZONE. Wo aber ist die DEAD-ZONE? Die DEAD-ZONE finden Sie in den meisten Charts aus dem Finanzbereich. Egal ob Aktien, Renten, Devisen, Rohstoffe.

Man muss nur nach bestimmten Mustern suchen (am besten auf langfristiger Basis, also bei monatlicher Betrachtung) und dann sehen Sie die DEAD-ZONE, in dem ähnlich einem Minenfeld die Derivate-Tretminen versteckt sind.

Voraussetzung für die Entstehungen der TODES-ZONEN war jenes (fast) ungebremste „Immer-weiter-immer-höher-immer-schneller“. Das Musterbeispiel dafür ist die Entwicklung der Renditen/Zinsen für deutsche Staatsanleihen mit dem börsengehandelten Bund-Future als Derivat.

Seit dem Jahr 2000 bis jetzt sehen wir nur ansteigende Kurse und rückläufige Renditen

Diese sind zwar von Seitwärtsbewegungen unterbrochen, aber im Prinzip stieg der Kurs an. Das Ziel der Europäischen Zentralbank und ihrer Zinspolitik wird klar erkenntlich. Das System war stets kaputt und musste immer wieder gerettet werden. Ausserdem musste der EURO etabliert und zeitweise stabilisiert werden.

Das ist einerseits ein „Rettungs-Chart“ und am Ende steht die Rendite „Null“. Im Moment sind es +0,32% für die zehnjährige deutsche Bundesanleihe. Weitere Kursanstiege sollten sich ab diesem deutschen Rendite-Nullpunkt schwieriger gestalten. Oder sind wir schon am „the sky is the limit“ angelangt?

Der DEAD-ZONE-Bereich ist leicht zu definieren

Das wäre der Bereich unterhalb  eines 30-Monats-Durchschnitts, der aktuell bei gerundeten 155 Punkten verläuft. Man kann es auch etwas höher ansetzen. Auf täglicher, kurzfristiger Basis verläuft die Linie bei 158 Zählern. Aktuell notiert der Bund-Future bei 161,79.

Das Derivate-Minenfeld wurde über viele Jahre hinweg angelegt

Seit dem dynamischen Anstieg ab dem Jahr 2008 (und der weltweiten Finanzkrise) sind neun Jahre vergangen. Neun Jahre, in denen sich die DEAD-ZONE aufgebaut hat. Neun Jahre Anstieg, in denen finanzielle Massenvernichtungswaffen in Form von Derivaten platziert und platziert wurden. Die TODES-ZONE unterhalb von 158 bzw. 155 Punkten wäre demnach vermintes Gebiet. Voller zu aktivierender und inaktiver Derivate und Stopp-Loss-Orders.

Niemand weiss genau, wer (alle Arten von Interessensgruppen) welche Short-Minen wo (auf welchem Niveau) versteckt bzw. platziert hat. Und ich wage zu behaupten, dass gerade die EZB Angst hat, wenn diese Bereiche betreten bzw. ausgetestet werden. Dann helfen 60 bis 80 Milliarden EUR monatliches Rentenaufkaufprogramm nichts mehr. Auch deshalb hält man verbissen an der Null-Zins-Politik fest.

Alle kennen das unkalkulierbare Risiko, wenn diese Stricke in Form von Unterstützungslinien reissen. Das heisseste Eisen sind Zinsderivate. Ich hatte es schon öfters geschrieben, weltweit gesehen sprechen wir von einem Volumen von mehreren hundert Billionen US-Dollar an Derivaten. Das meiste davon in Zinsderivaten. Der grösste Teil davon sicherlich für Absicherungszwecke und mit Kursverlustschutz. Schliesslich will man die eingefahrenen Kursgewinne sichern.

Die spekulativen Trittbrettfahrer möchte ich noch erwähnen. Aber die werden erst bei Betreten der TODESZONE aktiv.

Es gibt kein Zurück von der Niedrigzinspolitik

Darum wird die EZB einen Teufel tun und die Zinsen eben nicht erhöhen. Selbst Zinserhöhungsphantasien zu erwecken ist äusserst gefährlich. Man kann von diesem hohen Niveau gar nicht mehr herunter, weil alles (mit Limitorders und Limitderivaten) vermint ist. Werden diese Bereiche betreten, dürfte es einen gewaltigen Dominoeffekt geben.

Dann wäre alles unrettbar verloren, das moderne Geld- und Schuldsystem kann innerhalb kurzer Zeit schwere Auflösungserscheinungen entwickeln.

Darum wird der EUR/USD-Kurs stabil über 1,05 USD gehalten

Auch das habe ich schon oft geschrieben. Seit Anfang 2015 hält man die EURUSD-Notierung oberhalb der Marke von 1,05 USD. Alles darunter ist DEAD-ZONE. Schon allein deshalb, weil es zu extrem starken Auswirkungen auf den Eurozonen-Rentenmarkt kommen würde und das will man (wie oben beschrieben) auf jeden Fall verhindern.

Notierungen wie im Jahr 2000 mit 0,83 USD kann man nicht mehr zulassen, denn es hätte unglaubliche Ausstrahlungen auf den Rentenmarkt. Einerseits würden die Zinsen steigen, andererseits würde sofort die Diskussion um die grundsätzliche Stabilität des EURO geführt werden. All das will man vermeiden. Es besteht das Risiko, dass bei Betreten der EURUSD-DEADZONE die BUND-FUTURE-DEADZONE betreten wird.

Bei den internationalen Aktienmärkten ist es ähnlich

Denn die Notierungen bewegen sich bei den meisten Märkten auf höchsten Niveaus. Eine Ausnahme bildet allerdings Japan.

Dort hat man Anfang der 1990er Jahre einen Höchststand (beim Nikkei 225 bei knapp 39.000 Punkten) erreicht, den man heute (19.310 Zähler) noch nicht wieder erlangt hat.

Für die meisten anderen Aktienmärkte gilt (wie soll es auch anders sein), dass im ersten Quartal 2009 „nach Beendigung der Finanzkrise“ die Aktienkurse anstiegen. Das heisst nichts anderes, als dass sich mit aktuellem Blickpunkt TODESZONEN herausgebildet haben.

Für Aktienmärkte wie z. B. den amerikanischen NASDAQ Composite und oder den DAX Performance Index wird die Luft dünn. Sie notieren auf neuen Höchstständen. Das kann sie nicht davon abhalten noch höher zu steigen. Dann wird die Luft noch dünner und der Rahmen der TODESZONE verschiebt sich nach oben.

200-Perioden-Durchschnitte geben einen guten Hinweis darauf, was alles möglich ist. Denn dorthin kehren die Notierungen schon mal zurück. Beim Nasdaq Composite wäre bei Betrachtung des 200-Monats-Durchschnitts ein Rückgang von aktuell 6.098 auf 2.835 Indexpunkte in Betracht zu ziehen.

Beim DAX-Future ginge es von 12.630 aktuell auf 7.355 Punkte zurück. Unnötig zu erwähnen, dass dies nur ein vorläufiger Stopp wäre, nachdem die TODESZONE schon bei wesentlich höheren Notierungen betreten wurde.

All das ist nichts Neues, das hat es immer schon gegeben

Das Prinzip ist stets dasselbe und auch die Auswirkungen, wenn alle Stricke reissen. Deshalb warnen Analysten und Beobachter. Man sieht es in der Vergangenheit.

Doch diesmal ist es doch etwas anderes. Es gibt globale Schuldenberge, die nicht mehr bedient werden können und nach Auflösung schreien. Und die Zinsen sind immer noch niedrigst.

Allerdings sind die Rückgangsbereiche in allen Bereichen mit Derivaten vermint. In den letzten Jahren, also seit 2009 oder 2003 oder 2000, haben sich diese Märkte und die Akteure und die technischen Möglichkeiten entwickelt und verändert. Die Akteure wissen, was sie zu tun haben. Sie sind vorbereitet.

Deshalb haben sie auch Derivate-Minenfelder in Form von Absicherungsstrategien angelegt um „das Rückgangs- und Verlustrisiko“ zu minimieren. Profis wie der eingangs erwähnte Bernard W. Dan sprechen dann von „effizientem Risikomanagement“.

Auch deshalb ist es in den letzten Jahren nur aufwärts gegangen

Das wird seinen Preis haben, denn jede Übertreibung hat ihren Preis.

Bisher ist es gut gegangen und wer das nicht weiss, glaubt weiterhin daran, dass das System sicher und stabil ist. Zumindest wird uns das seit Jahren suggeriert und es funktioniert auch, solange man die Finanzmärkte mit selbst erzeugtem Geld tsunamiartig flutet.

Es hat nur einen Haken. Wenn es zu einem Ereignis kommt, zum bekannten „exogenen Schock“, werden bestimmte Entwicklungen und Kursrückgänge sehr schnell eintreten. Dann hat man die Möglichkeit, diese Entwicklungen zuzulassen oder die Märkte und Börsen zuzusperren.

Gerade bei den Zinsen sieht man es überdeutlich

Wie will man zu „normalen Zuständen“ zurückkehren? Ein Null- und Niedrigstzinsniveau wie aktuell ist nur auf bestimmte Dauer aufrecht zu erhalten. Die Lügenmärchen von „wenig oder moderater Inflation“ werden enttarnt werden.

Vielleicht kommen die geheimen und realen Geldmengenzahlen ans Licht? Dann kann jeder Erstklässler die richtigen Inflationszahlen errechnen. Die Zinsen, der Preis des Geldes, waren schon immer die Achillesferse des Systems. Sie sind das System selbst. Das System ist durch die Globalisierung zusammengewachsen.

Aktien-, Renten-, Devisen- und Rohstoffmärkte weltweit wurden vernetzt, mittlerweile dürften sie verschmolzen sein.

„Online-Trading“ kann mittlerweile jeder der will und das nötige Kleingeld dazu hat. Das gilt auch für alle Arten von Derivaten, ob börsennotierte oder im Freiverkehr gehandelte Produkte dürfte keine Rolle spielen. Dabei überkommt mich das mulmige und schleichende Gefühl, dass man mit einem bestimmten Produkt (wenn man den Hebel richtig ansetzt) und auf ein passendes Ereignis spekuliert (das man vielleicht selbst erschaffen hat), die „Wunderwelt der Finanzmärkte“ in den Abgrund schicken kann. Sozusagen mit einem „atomaren Derivat“.

Das amerikanische Militär hat es vorgemacht

Es hat mehr symbolischen Charakter. Mitte April setzten die Amerikaner in Afghanistan die „Mutter aller Bomben“ ein. Sollten ein paar schlaue Finanzakrobaten die „Mutter aller Derivatebomben“ in einer DEAD-ZONE explodieren lassen, dann „Gute Nacht Finanzsystem“.

Es ist so einfach

Durch den enormen Anstieg der Kurse und Preise in vielen Märkten weltweit hat sich das Rückschlagspotential absolut erhöht. Man kann tiefer fallen, weil man höher geklettert ist. Man kann noch höher klettern, erhöht dabei aber die Fallhöhe. Dass das nicht funktioniert ist altbekannt.

Die Geschichte wiederholt sich. Der Turmbau zu Babel war ein Ausdruck menschlichen Größenwahns. Sind es diese Finanzmärkte und die globale Verschuldungsorgie nicht auch? Obwohl, vielleicht wollen bestimmte Kreise eben diesen Turm wieder aufbauen. Das können diese aber nur, wenn sie das globale Finanzsystem crashen lassen. Das sollte man zumindest in Betracht ziehen. 9/11 war ein Musterbeispiel dafür, was man alles tun wird um seine Ziele zu erreichen.

Man sollte daher auf die Todeszonen in den Charts achten. Je höher die Kurse sind, desto einfacher sind sie zu erkennen. „What goes up must come down“. Aber wem sage ich das.

Wahrscheinlich ist das alles wieder nur Verschwörungstheorie und diesmal ist wirklich alles anders.


Author: "Finanzleak"
Bild:
Publiziert: 5. Mai 2017

 

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