Die Sache mit der Blase und dem Nagel

Es wird etwas passieren. Die 1000er Marken beim Dow Jones fallen nach oben immer schneller.

 

Niemand kommt auf die Idee, dass Börsen auch mal fallen können in Zeiten der angeblich alternativlosen Aktien. Zeit zum Anschnallen?

In den letzten 182 Tagen stieg die US-Börse an 176 Tagen, an sechs Tagen fiel sie.

Kennen Sie den Grund dafür? Das ist die längste Gewinnstrecke für den Dow Jones seit 1987. Auch damals war die Stimmung der Investoren und Börsenbriefschreiber so überschäumend gut wie heute. Dann aber krachte es. Natürlich vollkommen unerwartet. Heute ist das ja ausgeschlossen, denn diesmal ist wieder alles anders.

Vielleicht steigt der Dow Jones noch auf 30.000 Punkte? Dorthin wird er ohne mich klettern müssen. Die Nerven habe ich nicht! Und wenn er fällt, wie weit?
Schaut man auf die Fakten, ist der US-Aktienmarkt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29,9 fast doppelt so teuer wie im langjährigen Durchschnitt. Nur 1929, 1999 und 2007 war er teurer. Dabei sinken die Gewinne der Unternehmen seit vier Jahren.

Sie aber kaufen inzwischen mehr eigene Aktien auf als sie für Dividenden, Forschung und Entwicklung ausgeben. Zudem sind Aktienkäufe auf Pump mit 513 Milliarden US-Dollar auf Rekordniveau in Zeiten, in denen Geld nichts kostet. Vor 2 Monaten ging Snapchat an die Börse. Mit 405 Millionen Umsatz im letzten Jahr und 515 Millionen US-Dollar Verlust beträgt sein Börsenwert gigantische 31 Milliarden US-Dollar.

Haben Sie Lust auf ein kleines Spektakel? Am 15. März haben die USA die Schuldenobergrenze von 20 Billionen US-Dollar erreicht. Wie will Trump dann sein Ausgabenprogramm bezahlen, auf das die Wall Street setzt? Wäre das der Hebel für eine Art von „Konterrevolution“ des alten Establishments gegen den neuen Präsidenten?

Die USA machen jeden Tag 2,5 Milliarden US-Dollar neue Schulden. Unter Präsident Obama hat sich der Schuldenstand verdoppelt. Er machte mehr Schulden als seine Vorgänger zusammen. Für Trump leuchtet derzeit die Ampel knallrot. Und die US-Notenbank will die Zinsen anheben. Wir wünschen viel Spass! Und viel Glück!

Steckt der Aktienmarkt in einer Blase? Wahrscheinlich, aber diese kann noch viel grösser werden. Klar ist, auch diese Blase findet irgendwann ihre Nadel.
Ich persönlich habe diese Woche einen kleinen Knall gehört und seitdem macht es an den Märkten pssssssss.

Und nun kann man noch irgend etwas tun?

Wortmeister Goethe schrieb einst: „Am Golde hängt, zum Golde drängt, doch alles.“ Echt? Wenn dem so wäre, müssten doch die Preise heute weit höher stehen als sie es gerade tun. Wer drängt heute schon ins Gold?
Die Masse der Leute ist es sicherlich nicht. Anders herum könnte man sagen: Am Papiergeld hängt, zum Papiergeld drängt, doch fast jeder und immer noch. Solange die Bedingungen dafür scheinbar stimmen, obwohl die Geldproduzenten ihr Werk, Gottes Werk, alternativlos verrichten. Unterdessen steigen die Preise der Anlagegüter weiter, die Blasen an den Finanzmärkten freuen sich, so wie sie damit aufgeheizt werden.

Smart Money schweigt...

Inzwischen sind auch Kryptowährungen wie der Bitcoin in Mode gekommen. Allein in diesem Jahr wurde er um 151 Prozent teurer. Einer kostet inzwischen das Doppelte einer Unze Gold. Sogar die Presse schreibt darüber. Das verwundert auch nicht, denn heute machen meistens die Kurse die Nachrichten und nicht umgekehrt.

Auch auf den DAX und die anderen Börsen sind die Lampen gerichtet. Smartes Geld schaut aber dorthin, wo die Taschenlampen nicht hin leuchten. Nach sechs Jahren Abwärts– und Seitwärtstrend werden auch Edelmetalle irgendwann in diesen Lichtkegel rücken.

Smartes Geld redet nicht laut darüber, wohin es geht – nur dummes Geld sorgt für den Krach. Und wo der gerade stattfindet, ist nicht schwer herauszubekommen. In einem See voller Geld steigt jedes Boot, heisst es an der Börse – jedes nur unterschiedlich schnell.

Relationen beachten

Neulich wurde eine Umfrage unter 1.000 Leuten veröffentlicht, deren Ergebnis war, dass vor allem die Jüngeren Edelmetall mögen, warum auch immer. 27 Prozent der Befragten trauen Gold die grösseren Kursanstiege zu im Vergleich zu anderen Anlageklassen.

Laut dieser Umfrage besitzen aber nur acht Prozent der Leute Gold und/oder Silber, gaben sie an. Ist das nicht lustig? Da klingelt das Telefon und eine fremde Stimme fragt nach, ob man denn Gold und/oder Silber besitzen würde – in Münzen oder Barren. Klar doch! Da gibt man bereitwillig und wahrheitsgemäss Auskunft – vielleicht sogar, wo man es aufbewahrt.

Das mit den erwarteten oder erhofften Preisanstiegen ist erstaunlich. Was die Gold- und Silberpreise zulegen könnten, hat mit Rendite nichts zu tun, sondern mit Kursgewinnen. Auf den Kopf gestellt, bedeutet es den Kaufkraftverlust des Papiergeldes gegenüber dem Edelmetall. Würde Gold zehn Prozent teuer, würde der Euro zehn Prozent Kaufkraft gegenüber Gold verlieren. Bei Aktien ist das nicht anders.

Dieses Jahr ist der DAX um 24 Prozent teurer geworden. Der Euro hat entsprechend 24 Prozent gegenüber dem DAX verloren, obwohl er doch gegenüber dem US-Dollar gestiegen ist. Gleiches gilt auch für Immobilien, Grund, Boden, Sammlerobjekte bzw. generell für Anlagegüter.

Hinter der Bühne spielt die Musik!

Unteressen ist das weltweite Vermögen auf 166 Billionen Euro gestiegen – kein Wunder bei der Produktion von neuem Geld. Die Guthaben der einen sind die Schulden der anderen. 470.000 Millionäre in Deutschland besitzen ein Viertel des gesamten Vermögens – und dieses beläuft sich laut Boston Consulting auf 5,6 Billionen Euro.

Wer also nur Euros spart, der verliert, obwohl sich doch die Zahlen auf den Geldscheinen nicht verändern. Warum in drei Teufels Namen sollte Papiergeld auf lange Sicht aufwerten? Haben Sie eine Idee?

Wenn sich Geld schneller vermehrt als Wohlstand, ist gespartes Geld nach und nach weniger wert. Doch die Sorge vor Kaufkraftverlusten hält sich in Grenzen. Wir leben in Zeiten, in denen die Verantwortlichen wie in einem Theater Stabilität vorgaukeln, und das Publikum im Saal ihnen das abnimmt, ohne die Vorstellung zu verlassen. Das wirkliche Schauspiel findet nämlich hinter der Bühne statt. Doch darüber wird nur selten berichtet.

Aber glauben Sie mir, das wird sich sehr bald ändern...


Author: "Finanzleak"
Bild: http://www.wiwo.de/
Publiziert: 23. Juni 2017

 

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