Diesmal bleibt Alles anders!


Wie heisst es so schön? Geld müsse arbeiten. Haben Sie Geld schon mal arbeiten sehen?


Eben! Das macht es angeblich an der Börse. Der DAX kann auch fallen und der Euro steigen. Dabei sollte es eher umgekehrt sein ...


Ich bin gespannt, wann die Herren Experten zumindest ihre Euro-Prognosen kassieren und glatt das Gegenteil behaupten.

Seit Jahresanfang wurde der Euro zum US-Dollar um sieben Prozent teurer. Entsprechend billiger ist nun eine Reise in die USA, ins Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Sie mögen Tiere? Wie wäre es mit einem Besuch der sumpfigen Everglades? Dort gibt es Schlangen, Aligatoren und Donald Trump. Letzterer wollte den Sumpf trockenlegen und steckt im selbigen mittendrin.

Nachdem er doch nicht über’s Wasser gehen kann, in Abwesenheit eines Heiligenscheins, verdorren nun die Vorschusslorbeeren. Der US-Dollar wurde schwächer und auch die US-Börsen lassen etwas Dampf ab. Vielleicht gibt es demnächst ein Amtsenthebungverfahren gegen Trump.

Wer genau hinschaut, entdeckt die Schwäche der US-Wirtschaft, während die Wirtschaft der Eurozone angeblich doppelt so stark wächst. Der Euro freut sich.

Mit der Wahl von Emmanuel Macron in Frankreich haben sich zudem plötzlich alle Probleme der Eurozone aufgelöst. Ha! Ha! Ha! Dabei ist der Euro selbst das Problem. Er ist als Korsett für die einen zu stark, für die anderen zu schwach.

Wohin geht die Reise?

Der frühere Investmentbanker bei Rothschild fordert indirekt Eurobonds, also die Vergemeinschaftung der Schulden. Spanien möchte auch, dass alle für alle haften. Verständlich! Dabei war das nie vorgesehen. Ein paar Vertragsänderungen später ... alles wird äusserst demokratisch aussehen. Wird aber wie die Einführung der damals neuen Währung nicht sein, aber zu guter Letzt ist dann trotzdem alles gut.

Wie in einer schrecklich netten Familie gehen wir, wenn es passiert, auch gemeinsam Pleite. Aber erst später. Darauf einen Macron de Rothschild, Jahrgang 1977. Prost!

Wenn Sie wissen wollen wie das mit der Pleite aussieht werfen Sie doch mal einen Blick nach Venezuela.

Das extreme Negativbeispiel für eine Kettenreaktion nach ständigem Gelddrucken durch die Notenbank zeigt sich aktuell in Venezuela. Erst wurde das Geld schlecht, dann Wirtschaft und Politik und am Ende war nicht nur alles schlecht, sondern auch noch gefährlich.

Wie geht`s den Edelmetallen?

Eigentlich so wie jeden Tag. Tot ist eben tot, im Gegensatz zu Aktien. Während es an den Börsen aufwärts ging, fielen die der Edelmetalle seit Mitte Mai. Man braucht das Zeug nicht mehr, heisst es. Ausser in Venezuela ...

Heute ist wieder so ein Tag, an dem weltweit 6,4 Tonnen Gold aus dem Boden gefördert wurden. Gegenwert: 242 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2017 wurden 764 Tonnen Gold gefördert. Was für eine Anstrengung ... Wie viele schmutzige Hände ... Diese Summe druckt die EZB auf saubere Art ganz allein in nur drei Stunden! (Pro Tag, auch am Wochenende, zwei Milliarden Euro, Japan, Schweiz, Grossbritannien u.a. nicht eingerechnet)

So wurden weltweit in den ersten vier Monaten umgerechnet 1,2 Billionen US-Dollar frisches „Geld“ erzeugt.

Wenn das so weitergeht, und es auch gut geht, werden dieses Jahr rund 3,6 Billionen an „Rettungsgeld“ aus dem Nichts gedruckt. Damit könnte man den DAX dreimal kaufen oder die halbe Goldproduktion in der gesamten Menschheitsgeschichte.

Statistisch gesehen werden heute auch 2,5 Millionen Unzen Silber gefördert bzw. 78 Tonnen im Gegenwert von 37 Millionen Euro. Die Hälfte davon wird in der Industrie verbraucht. Aus dem Rest werden Schmuck, Tafelsilber, Münzen und Barren produziert. Nur für reine Investitionen steht Silber im Volumen von rund neun Millionen Euro zur Verfügung. Dafür müsste die EZB nur knapp sechs Minuten „drucken“. Pro Stunde schafft sie 83 Millionen Euro neues Geld. Das kommt angeblich ja alles nicht in der Realität an, bis auf die Märkte im Blasenstadium oder im Blasen-Vorstadium ...

Während Gold oberirdisch in irgend einer Form Bestand hat, ist das in der Geschichte geförderte Silber verbraucht worden. Schätzungen gehen aber von einer Milliarde Unzen aus, die private Leute und Investoren gehortet haben. J.P.Morgan besitzt inzwischen 107 Millionen Unzen. Warum nur? Die gesamten Bestände der Investoren könnte die EZB mit ihrer Gelddruckerei in nicht einmal einem Monat aufkaufen. Soweit ein paar Zahlenvergleiche. Oder anders herum, der Goldmarkt kann einige kleine Milliarden Zufluss vertragen, ohne zu explodieren. Bei Silber ist das anders ...

Schauen wir mal kurz nach Venezuela.

Dort scheitert gerade das nächste Geldexperiment. In einem der ölreichsten Länder der Welt geht gerade das Licht aus, nachdem sich der Ölpreis gedrittelt hat. Man hat dort nicht mal das Nötigste für die Ölverarbeitung, um die braune Brühe fördern zu können. Dennoch steigt die Börse in astronomische Höhen, allein um 280 Prozent binnen zwölf Monaten und um 21.500 Prozent in fünf Jahren.

Was wie Boom aussieht, ist ein Zusammenbruch – dem der Währung. Es ist weniger ein Aufschwung, sondern Angst, dass der Bolivar bald gar nichts wert ist und verschwinden wird. Betrachtet man den Leitindex der Börse in Caracas nicht in Bolivar, sondern in Euro oder US-Dollar, befindet sich diese Währung im Crash-Modus. Was für ein Lehrstück in Sachen Geldpolitik!

Die Leute in Venezuela werden derzeit mit Gold oder Silber wenig anfangen können, ausser auf dem Schwarzmarkt. Was ist die Ursache? Erst wurde das Geld schlecht, dann Wirtschaft und Politik und am Ende war nicht nur alles schlecht, sondern auch noch gefährlich.

Was wird passieren? Wenn der Ärger dort irgendwann vorbei sein wird und die alte Währung durch eine neue ersetzt wurde, also die Nullen gestrichen, ist zwar das Papiergeld weg, die Edelmetalle aber noch da. Die Kaufkraft des Geldes kann verschwinden, der Wert der Edelmetalle nicht. Selbst Schmuck hat in einer solchen Zeit eine gewisse Beständigkeit, ausser man musste ihn in Essen umtauschen.

Nach schlechten Zeiten kommen auch bessere.

Im Geschichtsbuch wird geschrieben stehen, dass die Edelmetalle in der Krise kaum als Zahlungsmittel getaugt haben, jedoch als Wertaufbewahrungsmittel. Mit Gold und Silber konnte man wenigstens die geleistete Arbeitskraft über die schlechte Zeit hinweg bringen. Mehr nicht. Was von den börsennotierten Unternehmen in Venezuela übrig geblieben sein wird, steht in den Sternen. Gold und Silber wird nichts passieren. Das ist schon alles? Mehr muss es wirklich nicht sein.

Gelddrucken ist eine alte Methode, um anstehende Probleme auf ihrer Zeitachse nach hinten zu verschieben.

Regierungen gehen mit der Notenbank ins Bett und verkaufen das als „Rettung“. Es wird nicht wirklich besser, sondern schlimmer, die Fehler grösser und das Chaos für alle sichtbar. Doch was kümmert uns das ferne Venezuela? Hierzulande macht doch Gelddrucken unsere Welt auch angeblich besser, so wie damals in Venezuela. Gelddrucken ist die Sucht der Regierungen, die wie jede Sucht final und zynisch endet.

Fazit: Solange mehr Geld produziert wird als Güter, sind Güter attraktiver als Geld. Sachwerte, besonders das so tote Gold und Silber sind eine Art von Antigeld, wenn es mit dem Herkömmlichen nach und nach, mal schneller und mal langsamer, den Bach runter geht.

Gestern war der Euro dran, heute der US-Dollar. Dabei nagt der Zahn der Zeit an beiden, ohne dass es grossartig auffällt, nur im Vergleich zum Gold.


Author: "Finanzleak"
Bild: Pixabay.com
Publiziert: 19. Juni 2017

 

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